Liebesgeschichte(n) seit 1870/71 tagung7071.de
Brautbriefe, Heiratsanzeigen und Eheanbahnung in Deutschland

Über mich

Mein Name ist Almut Reinecke. Ich habe fast vierzig Jahre lang an einem Gymnasium Deutsch und Geschichte unterrichtet, die meiste Zeit davon in Niedersachsen, und lebe in Hildesheim. Seit der Pensionierung habe ich Zeit für etwas, das vorher nur an Wochenenden Platz hatte: alte Briefe lesen.

Gesammelt habe ich schon früher. Auf Flohmärkten, bei Haushaltsauflösungen und gelegentlich auf Nachlassversteigerungen finden sich immer wieder Feldpostkarten, Briefbündel und ausgeschnittene Zeitungsanzeigen, oft in Zigarrenkisten oder zwischen den Seiten eines Gesangbuchs. Die meisten Händler verkaufen solche Papiere für wenig Geld, weil sich kaum jemand für die Handschrift anderer Leute interessiert. Meine ältesten Stücke sind die Briefe von Wilhelm an Luise aus dem August 1870, das jüngste eine Kontaktanzeige aus einer Stadtzeitung der späten 1980er Jahre. Dazwischen liegen einige hundert Blätter, sortiert in säurefreien Mappen, was meine Familie für übertrieben hält.

Wie ich arbeite, ist schnell erzählt. Die Briefe aus dem 19. Jahrhundert sind in deutscher Kurrentschrift geschrieben, die ich als Schülerin nie gelernt habe. Ich habe sie mir später mühsam mit Schrifttafeln und viel Geduld beigebracht und lese heute die meisten Hände, wenn auch nicht alle. Was ich in meinen Fundstücken lese, prüfe ich an gedruckten und digitalen Quellen nach: an Zeitungen, die inzwischen in großer Zahl online stehen, an Gesetzestexten, an der Fachliteratur. Gelegentlich sitze ich im Stadtarchiv. Welche Bücher und Sammlungen ich dabei benutze, steht auf der Seite Quellen. Wo ich etwas nicht belegen kann, schreibe ich das dazu, statt eine Zahl zu erfinden.

Die Namen aus meinen eigenen Briefen kürze oder ändere ich, auch wenn die Schreiber seit langem tot sind. Es gibt Enkel und Urenkel, und nicht jeder möchte die Liebesbriefe seiner Urgroßmutter im Internet wiederfinden.

Ein paar Worte dazu, was diese Seite nicht ist. Sie ist kein Ratgeber für die Partnersuche, und ich gebe keine Tipps für Kontaktanzeigen oder Dating. Wenn ich über die Geschichte der Partnerbörse schreibe, dann als Geschichtslehrerin im Ruhestand und nicht als Beraterin. Die Seite verkauft nichts, sie ist ein privates, nicht-kommerzielles Projekt. Ein guter Einstieg ist der Beitrag über die Brautbriefe aus dem Feldzug 1870/71, mit dem alles angefangen hat.

Über Hinweise, Korrekturen oder eigene Fundstücke freue ich mich. Wer einen Brief aus Familienbesitz hat und nicht weiterkommt, darf mir gern schreiben: post@tagung7071.de. Versprechen kann ich nichts, aber ich antworte.

 


Briefe und Anzeigen
Brautbriefe und Feldpost Was Soldaten 1870/71 nach Hause schrieben und wie die Post sie beförderte.
Heiratsanzeigen Ehesuche in der Zeitung zwischen 1871 und 1914: Sprache, Zahlen und Ruf.
Heiratsvermittler um 1900 Ehemakler, Heiratsbüros und der Lohn, den kein Gericht zusprach
Von der Annonce zur Partnerbörse Kontaktanzeigen, Vermittlungsinstitute und Computertests im 20. Jahrhundert, dann Internet und App.
Recht und Familie
Zivilehe 1875 Standesamt statt Kirchenbuch: das Personenstandsgesetz und seine Folgen
Verlobung, Mitgift, Aussteuer Brautschatz, Wäschetruhe und der Paragraf zum Kranzgeld
Kriegerwitwen nach 1871 Beihilfen in Talern, Wartefristen und die Frage der zweiten Ehe
Zum Hintergrund
1870/71 im Rückblick Der Krieg, die Reichsgründung und wie man sich später daran erinnerte.
Quellen Bücher, Aufsätze, Gesetzestexte und digitale Bibliotheken, auf die sich die Beiträge stützen.
Über mich Wer hier schreibt, wie die Sammlung entstand und wie ich mit Quellen arbeite.

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