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Die Eroberung Roms am 20. September 1870

Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Preußendeutschland und Italien

Obwohl das savoyische Königshaus traditionell frankophil war und Napoleon III. die Einigung Italiens 1860 maßgeblich mitermöglicht hatte, blieb das Land im Deutsch-französischen Krieg 1870/71 neutral. Das ausschlaggebende Motiv hierfür war, dass der französische Kaiser als Protektor des Kirchenstaats verhinderte, dass Rom italienische Hauptstadt werden konnte.

Aufgrund der ungelösten Rom-Frage waren die Republikaner um Mazzini und Garibaldi Napoleon ebenfalls feindlich gesinnt. Im September  1870 – nach dem Zusammenbruch des französischen Kaiserreichs und der darauf folgenden Besetzung Roms durch italienische Truppen – ergriffen jedoch die italienischen Linken aktiv Partei für die neue französische Republik und damit gegen Preußen.

Von da an befand sich die borussische Italienpolitik in einem Dilemma: Im Dreibund war das deutsche Kaiserreich zwar bald mit Italien alliiert. Gleichzeitig agitierte jedoch die sich auf dem Prinzip der Volkssouveränität berufende sog. Irredenta-Bewegung unterschwellig permanent gegen das Bündnis mit Deutschland und Österreich. 1914 reihte sich dann ein neuer zentraler Akteur der italienischen Politik in die Irredenta ein: Benito Mussolini.