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Schlachtfeldtourismus nach dem Deutsch-Französischen Krieg am Beispiel des Schlachtfeldes in Wörth

Die wahren Gewinner der Schlacht bei Wörth, so notierte ein Besucher zu Beginn des 20. Jahrhunderts, seien die Wirte des Ortes. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg hatte sich das kleine elsässische Städtchen zu einem nationalen Wallfahrtsort entwickelt, der jährlich von tausenden Schlachtfeldtouristen aufgesucht wurde. Deutsche und französische Denkmäler, zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, ein eigener Bahnanschluss und Schausammlungen lockten die Besucher auf das ehemalige Schlachtfeld, Schlachtfeldführer schlugen mehrstündige Rundtouren vor und deuteten die Ereignisse vor der Folie der nationalen Erinnerungskultur und dem politischen Totenkult im Deutschen Kaiserreich. Der Beitrag diskutiert am Beispiel des Schlachtfeldes von Wörth, ob und wie eine Geschichte des Schlachtfeldtourismus der sogenannten Einigungskriege geschrieben werden kann.