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Fürsten im Felde.

Dynastische Präsenz und Selbstdarstellung im Krieg 1870/71

Die fortschreitende Professionalisierung des Militärwesens im 19. Jahrhundert hatte zur Folge, dass Monarchen seltener an der Spitze ihrer Armeen in einen Konflikt zogen. Für Angehörige von Dynastien wurde es schwieriger, in zunehmend komplexen militärischen Operationen und Armeestrukturen glaubhaft Führungs- und Fachkompetenz zu vermitteln: Das Risiko, gerade bei einer Niederlage persönlich mit dem Scheitern der Armee in Verbindung gebracht zu werden, war den Monarchen des 19. Jahrhunderts bewusst. Im Krieg 1870/71 waren indes auf beiden Seiten des Konflikts Mitglieder fürstlicher Häuser präsent; die Liste wird angeführt vom preußischen König Wilhelm I. und Kaiser Napoleon III. Der Vortrag beschäftigt sich mit dynastisch-militärischer Repräsentation in diesem Feldzug und geht auf nationalisierte Erinnerungen an monarchischen Soldatengeist ein. Insbesondere fürstliche Begegnungen mit Soldaten der Nation auf dem Kriegsschauplatz formten nach 1871 ein wichtiges Deutungselement in der Wahrnehmung von Sieg und Niederlage.