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Wie verwaltet man Kriegsgefangenschaft?

Die Gefangenenlager im Krieg 1870/71

Der rechtliche Rahmen und die politisch-militärischen Leitlinien für die Behandlung der Kriegsgefangenen steckten wesentliche Eckpfeiler für die operative Umsetzung ihrer Internierung ab. Auf deutscher wie französischer Seite galt es, Breite und Dichte der rechtlichen und politischen Vorgaben in konkrete Handlungen umzusetzen und dabei strategischen Überlegungen und sich ändernden sicherheitspolitischen Erfordernissen, aber auch situativen Erfordernissen in den einzelnen Depotorten Rechnung zu tragen.

Die Quellen spiegeln ein reichhaltiges Bild von den zahlreichen Herausforderungen wider, mit denen die Verwaltungen in Deutschland und Frankreich konfrontiert waren, aber auch von den Antworten, die für deren Bewältigung gefunden wurden. Bei der Gesamtbetrachtung der einzelnen Aspekte – von der Gefangennahme der Soldaten, ihrem Transfer und der Auswahl von Depotorten sowie der Einrichtung der Depots über den Depotalltag bis hin zum Rücktransport der Gefangenen in ihr Heimatland und der Abwicklung der Depots – kristallisierten sich wiederkehrende Handlungsstrategien und -strukturen heraus, die es ermöglichten, die insgesamt rund 392.000 Kriegsgefangenen in Deutschland und Frankreich parallel zu dem Kriegsgeschehen auf den Schlachtfeldern zu verwalten.